Fallbeispiel · 1
Der Skeptiker, der zum Frontrunner wurde
Markus hatte zwanzig Jahre Berufserfahrung. Er kannte seine Prozesse in- und auswendig. Und er hatte keine Lust auf dieses Gespräch.
Als das Unternehmen beschloss, KI einzuführen, war er einer der lautesten Kritiker. „Das ist ein Hype", sagte er in der Kickoff-Runde. „In zwei Jahren redet kein Mensch mehr davon." In den ersten Sessions saß er mit verschränkten Armen da, antwortete einsilbig, machte deutlich, dass er seine Zeit lieber anders verbringen würde.
Ich habe das nicht kommentiert. Ich habe einfach weitergemacht.
Der Wendepunkt kam in einer ganz normalen Session. Wir haben uns eine Excel-Datei angeschaut, mit der Markus wöchentlich mehrere Stunden verbrachte. Daten sortieren, Muster suchen, Berichte schreiben. Die KI hat in zwei Minuten erledigt, wofür er normalerweise einen halben Arbeitstag gebraucht hat.
Markus hat zunächst nichts gesagt. Dann: „Kann ich das auch mit meiner Projektübersicht machen?"
Das war der Moment. Nicht eine Präsentation, nicht ein Argument, nicht eine Überzeugungsstrategie. Ein einziges Erlebnis, das er selbst gemacht hat.
Innerhalb von drei Wochen hatte er sich feste KI-Zeitblöcke in seinen Kalender eingetragen. Dreißig Minuten jeden Morgen. Heute führt er neue Kolleginnen und Kollegen in die Tools ein. Nicht weil er es muss. Sondern weil er verstanden hat, was möglich ist.